DSCN8967_Ausschnitt

Luther und ein Frauenchor: Konzert am 1. Mai 2018

DSCN8967_Ausschnitt

Es ist ein anspruchsvolles Unterfangen, wenn sich 19 Bonner Frauen, die sich überwiegend noch nicht kennen mit einem Oldenburger Chorleiter für vier Tage auf ein intensives Probenwochenende einlassen und den unbedingten Willen haben, die erarbeiteten Chorstücke am 1. Mai einem Publikum zu präsentieren.

Der Frühjahrs-Workshop für Erwachsene, organisiert vom BONNsaiChor unter Leitung von Thomas Honickel, hat sich ein ganzes Wochenende in dichten Proben auf ausgewählte Werke der Frauenchorliteratur von Mozart bis Holst konzentriert und ein umfangreiches Repertoire erarbeitet. Am 1. Mai fand in der Lutherkirche das Abschlusskonzert statt: vor gut besetzter Kirche präsentierten die 19 Frauen, wie schnell man zu einem harmonischen Chor zusammenwachsen und mit beachtlicher stimmlicher Leistung die wunderbare Akustik der Lutherkirche erfüllen kann.

Neben einem achtstimmigen Kanon von Mozart kamen das „Ave maris stella“ von Rheinberger, zwei Mendelssohn-Chorstücke, die das Ostergeschehen aufnehmen sowie das „Abendgebet“ von Tschaikowski zu Gehör. Dem Motto des Konzertes folgend „Leise zieht durch mein Gemüte…“ sang der Chor die Vertonung des Heine-Gedichtes von Gustav Holst – zart und lieblich zauberte der Klang den Frühling in die Lutherkirche.

Kontrastierend präsentierten die Sängerinnen „two eastern pictures“ von Holst sowie mit mächtig-göttlichem Klang den „Hymn to the waters“, der die indischen Götter Indra und Varuna eindrucksvoll beschreibt.

Sehr berührend erklang das „Ave Maria“ von Villa-Lobos, präsentiert von zwei jungen Sopranistinnen, die aus dem ehemaligen Bobbys Klassik Choir und dem BONNsaiChor stammen.

Umrahmt wurden die Frauenchorstücke von unbekannten Klavierwerken von Benny Anderson der schwedischen Popgruppe ABBA, deren Herkunft Thomas Honickel als Ratespiel für die Zuhörer bis zum Schluss geheim hielt.

Als Zugabe verteilte sich der Chor in der ganzen Lutherkirche, um gemeinsam mit den Zuhörern die berühmte Filmmusik von Vangelis aus dem Film „1492“ zu singen – ein musikalisch machtvolles und mitreißendes Stück, dessen Klänge die Zuhörer bis in die letzte Faser erfüllte.

Lang anhaltender Applaus belohnte den Chorworkshop für dieses außergewöhnliche nachösterliche Frühlingskonzert.

 

Kommentare sind nicht erlaubt